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PAKISTAN - MACHT NICHTS, ICH KOMME SPÄTER WIEDER


Zugegeben, die letzten Tage im Iran war ich etwas angespannt. Die Pakistanische Botschaft in Wien hat mir nach langem hin und her ein Visum mit dem Vermerk “Valid for Islamabad only” ausgestellt. Was werden die Grenzer damit machen? Auf Plan B hatten wir echt keine Lust, zurück nach Bandar Abbas, verschiffen nach Dubai und von dort nach Mumbai - mindestens 4 Wochen und ein unglaublicher Papierkrieg. Ein Französisches Pärchen das wir in Queshm getroffen haben musste diesen Weg gehen, Franzosen bekommen wohl kein Visum für Pakistan. Guter Dinge treffen wir am Nachmittag in Zahedan - der letzten Iranischen Stadt im Dreiländereck von Afghanistan, Iran und Pakistan ein. Wir fahren zum ersten Hotel, um dort nach einem Standplatz zu fragen, kein Erfolg. Die Gegend ist etwas verrufen, weshalb wir eigentlich gerne bei einem Hotel stehen würden. Wir kreisen noch in der Stadt als wir uns entschliessen, unser Glück am Flughafenparkplatz zu suchen - wir werden ja 2 Nächte da bleiben. Stefan mit seinem Motorrad soll morgen via Bam eintreffen, am nächsten Tag fahren wir dann gemeinsam zur Grenze. An einem Kreisel sehe ich im Augenwinkel einen Park und wir drehen eine Runde und wieder einmal ist uns das Glück hold, da ist glatt ein Hotel mit grossem Parkplatz und mitten drauf steht ein Wohnmobil mit Nordfriesischer Nummer. Es dauert nicht lange und wir lernen Angelika und Berthold aus Bayern kennen, sie warten auch in Zahedan auf jemanden um Pakistan zu durchqueren. Wir verbringen einen gemütlichen Abend und entschliessen, übermorgen, wenn Stefan da ist, Richtung Grenze aufzubrechen. Die Polizei hat beiden klargemacht, dass sie sich nicht ohne Eskorte vom Platz bewegen dürfen, so gehen Berna und ich am nächsten Tag noch Diesel holen und einkaufen. Am Markt wird aber auch Berna als Ausländerin identifiziert und wir werden mit MG-bestücktem Pick-up vorne und Motorrad hinten zum Hotel begleitet. Freies Bewegen ist nun also abgesagt. Nach Einbruch der Dunkelheit trifft Stefan ein, im Schlepptau einen Iraner der uns in sein Restaurant einlädt (siehe hierzu auch den Blog-Eintrag zu Iran) und wir verbringen einen unglaublichen Abend in der Wüstenstadt. Spät und mit ausreichend Alkohol (ja, ihr lest richtig) und Shisha-Rauch im Kopf gehen wir zu Bett, wir erwarten die Polizeieskorte für 06:00! Am nächsten Morgen machen wir uns parat und mit der üblichen Verspätung trifft die Polizeieskorte ein. Wir werden vom Platz begleitet und halten knapp ausserhalb der Stadt an einem Checkpoint. Eskortenwechsel Nummer 1. Wir warten, müssen alle Fotos zeigen, die wir an diesem Tag geschossen haben (und einige davon löschen) und nach knapp einer Stunde geht es weiter. Die Eskorte führt uns Richtung Südosten durch karge Landschaft und nach 15 bis 20km ist der nächste Wechsel angesagt. Wieder heisst es warten und das Spiel beginnt von vorne. Am Schluss brauchen wir für die etwa 90km zur Grenze gut 4 Stunden und 6 Eskorten. Der Vorteil, uns wird ein Mann vom Militär beigestellt der den ganzen administrativen Kram an der Iranischen Seite der Grenze erledigt. Carnets, Pässe und nach 2.5 Stunden werden wir mit Handschlag und besten Wünschen vom Iran verabschiedet. Wir fahren die letzten Meter auf Asphalt und vor uns öffnet sich der Grenzbalken zu Pakistan - und auch eine unglaubliche Staubwüste. Ein kurzer Blick in den Pass und wir werden aufgefordert, rechts ranzufahren. Die Passkontrolle verläuft zügig, keiner interessiert sich für meinen Visum-Vermerk und ich bin erleichtert als der Grenzpolizist den Stempel “Taftan Land Crossing” neben das Visum drückt. Weiter geht’s ins nächste Büro, wieder werden wir in ein “ewiges Buch” eingetragen und der Pass kontrolliert, dann fahren wir ein paar hundert Meter und halten am nächsten Checkpoint. Wieder wird alles kontrolliert, auch die Carnets aber noch nicht abgestempelt. Das Büro hat zwar vier Wände aber keine Fenster - die Beamten sind ausgesprochen freundlich und jeder will ein Foto mit sich. Auch da sind wir bald fertig und fahren zum Zollhof, nun sind die Carnets dran. Wieder werden grosse Bücher gewälzt, Tee serviert und nach 2.5 Stunden sind wir auch mit der Einreise in Pakistan fertig - fast. Finster schauende Herren mit grossen weissen Turbanen erscheinen plötzlich und wollen die Pässe sehen. Auch die sind freundlich, sind aber wohl für unsere Sicherheit verantwortlich und organisieren die Eskorten ab Taftan. Wir hatten Ausdrucke mit unseren Namen, Passnummern etc. vorbereitet und das half auch ein wenig, die Herren brauchten aber mehr Daten. Als auch das erledigt war, durften wir endlich in den Polizeihof von Taftan einfahren, unser erstes Lager in Pakistan. Uniformierte und nicht uniformierte gingen aus und ein, die einzige Gemeinsamkeit: die Kalaschnikow auf der Schulter und der Wunsch nach einem Foto. Die Abfahrt für den nächsten Tag wurde auf 08:00 festgelegt. Und tatsächlich, wenige Minuten nach 08:00 steht unsere Eskorte bereit und wir machen uns auf den Weg durch Beluchistan. Die Landschaft ist wüstenähnlich, Richtung Afghanischer Grenze gebirgig und die Strasse manchmal ok, dann wieder eher schlecht. Stefan folgt mit seiner Tenere dem Eskortenfahrzeug, Berthold hinterher und wir bilden das Schlusslicht. Auch hier wiederholt sich das Iranische Spiel, viele Eskortenwechsel und Checkpoints an denen wir uns oft eintragen müssen, nicht alle akzeptieren unsere Vordrucke. Das kostet Zeit und bald wird klar, dass Quetta in weiter Ferne liegt und unmöglich heute erreicht werden kann. Am späten Nachmittag halten wir in Dalbandin und werden zu einem Hotelinnenhof geführt. Ich manövriere eine halbe Stunde und trage mit Berthold einen kleinen Hügel ab damit Rouletout nicht auf eine Hauskante kippt, dann stehen wir aber alle endlich im Hof und bekommen das erste Bier seit langem. Ich will kurz was einkaufen gehen und auch das geht nur mit Eskorte - 2 Mann mit Kalaschnikows begleiten mich in einen kleinen Laden und stellen sicher, dass mir nichts passiert. Die Nacht ist relativ ruhig, wir müssen uns noch an die regelmässigen Gewehrsalven aus automatischen Waffen gewöhnen, die sind wohl nur dazu da, lästige Eindringlinge zu verscheuchen, wie man uns versichert. Pakistan is a safe country. Der nächste Tag beginnt spät, zu spät wie sich bald herausstellen wird. Die Eskorte ist für 10:00 angekündigt und wir kommen zuerst gut voran. Heute sind wir mitten in der Beluchischen Wüste, Sandverwehungen und schlechte Strassen senken aber unseren Schnitt und als Berthold knapp vor Nushki eine Reifenpanne hat wird es wieder einmal klar, Quetta wird heute nichts. Der Checkpoint nach Nushki zwingt uns zur Umkehr und wir werden zur Polizeistation geleitet. Nushki ist Leben pur, wir fahren durch den belebten Markt, die Dächer sind gespickt mit Sandsäcken und MG-Nestern, Afghanistan ist da nur eine Stunde entfernt und wieder dürfen wir uns nicht frei bewegen. Die Polizei erledigt den Einkauf für uns und wir sind definitiv die lokale Attraktion. Unmengen an Leuten kommen vorbei, wollen Fotos machen, fragen nach unserer Religion und können kaum verstehen, was ein Christ mit einer Muslimin macht. Am Abend kommen noch die Schüler der Englischklasse vorbei und reden das erste Mal in ihrem Leben mit westlichen Ausländern. Alle haben grosse Ziele, sehen aber auch, dass sich in Beluchistan einiges ändern muss damit sie auch eine Zukunft haben. Knapp nach 09:00 verlassen wir den Polizeihof wieder und unsere Eskorte geleitet uns in die Berge - auf den ersten Kilometern sitzen heute auch bewaffnete in unseren Autos, Mutlu hat da keine grosse Freude. Wir kommen wieder langsam voran, die Etappe ist aber kurz so dass wir am frühen Nachmittag in Quetta einfahren. In der Stadt werden die Eskorten alle paar Kilometer übergeben und meist funktioniert das perfekt. Die Kreuzungen werden für unsere Durchfahrt gesperrt und wir haben auch Zeit das Treiben links und rechts der Strasse zu begutachten. Eselkarren, bunte Lastwagen, viel Militär, Strassenhändler, exotisches Essen, alles ist zu sehen und es tut uns Leid, dass wir nicht ins Getümmel dürfen. Auf Empfehlung der Polizei wollen wir zu einem Hotel im Norden der Stadt, dort angekommen bleibt das Tor aber geschlossen. Keine Overlander akzeptiert, und das seit 9/11 - hätte die Polizei wissen können. Hektisches Telefonieren beginnt und nachdem der verantwortlichen Eskorte die Geduld reisst (“you are problem for me here”), werden wir in ein militärisches Gelände geleitet, unweit eines riesigen Munitionslagers und umgeben von einigen offiziellen Ämtern. Nach kurzen Verhandlungen mit dem Polizeichef übergeben wir eine Einkaufsliste und 2 Mann werden losgeschickt, um unseren Einkauf zu erledigen. Als Berthold versucht, der Polizei beizubringen, dass wir auch noch Geld wechseln müssen, wird kurzerhand eine Eskorte zusammengestellt. Berthold und ich werden auf einen Pick-up verfrachtet, 2 Mann mit Kalaschnikows hinten, 2 Mann vorne und wir fahren mit Blaulicht und Sirene zur nächsten Bank. Der Bankomat will aber nichts ausspucken, die Polizei interveniert aber die Bank erklärt, dass die Verbindung zur Aussenwelt nicht klappt, wir müssen in der Stadt Bargeld wechseln gehen. Weiter geht’s, mit Geheul rasen wir in die Stadt und werden angehalten, auf der Ladefläche zu bleiben. Ein Mann erkundet die Wechselstube dann werden wir hineinbegleitet, eine Knarre vorne, eine hinten und in kürzester Zeit werden aus Berthold’s Euros Pakistanische Rupien. In aller Eile werden wir zu unserm Lager zurück gebracht, am nächsten Tag müssen wir das NOC (No Objection Certificate) vom Department of Home & Tribal Affairs organisieren, ohne dem dürfen wir Quetta nicht verlassen. Um 10:00 steht die Eskorte bereit, Stefan und ich werden zum Ministerium gefahren. Ein Mann begleitet uns bis ins erste Büro, dort heisst es erstmal Formulare für alle 5 ausfüllen und abgeben. Wir werden von Büro zu Büro geleitet und nach 5 Stationen und gut 2 Stunden halten wir es in Händen, unser NOC. Es informiert jede erdenkliche Einheit der Polizei, des Militärs und des Geheimdienstes über unsere Reise, legt den Verlauf fest und garantiert Begleitschutz. Wieder werden wir zu unserem Lager gefahren, da gerade die Polizeiautos knapp sind, das erste Teilstück im Tuktuk (und einem Mann mit Kalaschnikow im Innenraum) und mit Motorradbegleitschutz, dann wieder auf einem Pick-up. Den restlichen Tag müssen wir zuwarten, die Abfahrt ist für Morgen 09:00 festgelegt, Richtung Süden, da die kürzere Nordroute nicht sicher ist. Warten in Pakistan heisst vor allem, sich zu unterhalten. Es vergehen kaum 10 Minuten in denen nicht eine kleine Gruppe von Personen vorbeikommt um zu reden, nach der Herkunft und Religion zu fragen oder einfach Tee und Kekse zu bringen. Das ist zwar unheimlich nett, kann aber auf Dauer ganz schön ermüdend sein. Der Höhepunkt war, als es beim gemeinsamen Abendessen in Rouletout wieder einmal an der Tür klopfte und nachdem Berthold verärgert die Tür öffnete und den beiden klar machte, dass wir gerade Essen und unsere Ruhe wollen als Replik ein kurzes “it doesn’t matter, we will be back later” zurück kam; die Privatsphäre in Pakistan geht gegen Null! Am nächsten Tag fahren wir fast pünktlich ab, durch Quetta und über den Bolan Pass in die wunderschönen Ausläufer des Indus Tals. Leider konnten wir aufgrund der Eskorte und des gedrängten Zeitplans nicht stoppen und obwohl die Checkpoints nun weiter auseinander lagen und die Eskortenübergaben in der Regel gut organisiert waren, holte uns früher als geplant die Dunkelheit ein. Die Eskorte bestand aber darauf, dass wir bis Sukkur durchfahren, da sie davor keine sichere Übernachtung garantieren konnten. Wir fahren, nun mit Berthold vorne und Stefan mit dem Motorrad in der Mitte und mit eingeschalteten Drehlichtern. Nachts fahren in Pakistan ist kein Vergnügen, die Strassen sind schlecht bis garnicht markiert, die Verkehrsteilnehmer wählen zwischen den Optionen kein Licht oder Aufblendlicht und sonst bewegt sich oder liegt noch allerhand auf den Strassen. Wir versuchen einmal der Eskorte zu entkommen und bei einer Tankstelle Zuflucht zu suchen, aber ohne Erfolg, nach wenigen Minuten hat uns die Eskorte wieder und wir fahren weiter. Um 21:00 und nach einem erfolglosen Stop beim Hotel Tourist Inn (die wollten, dass wir in Zimmern schlafen) treffen wir im Polizeihauptquartier ein und schlagen unser Lager auf. Der nächste Tag brachte nicht viel Neues, viel Schwerverkehr an dem wir kilometerlang am nicht vorhandenen Pannenstreifen vorbeigelotst wurden, schlechte Luft von steinzeitlichen Ziegelbrennereien und sonstigen Feuerstellen im Indus Tal und bald die Erkenntnis, dass es nicht bis Multan reichen wird. Wir fahren wieder bis in die Dunkelheit und werden in einem komfortablen Hotel in Bahapawalar im Garten untergebracht. An diesem Abend treffen wir das U21 Damen Cricket Team und Irfan, den Projektmanager eines riesigen, chinesisch finanzierten Solarkraftwerks. Er lädt uns kurzerhand ein, in Lahore bei ihm im Garten zu übernachten. Am Morgen soll es um ca. 08:00 los gehen und mit etwas Verzögerung setzen wir uns in Bewegung. Berthold ist etwas angeschlagen und nach wenigen Kilometern ist klar, dass er so nicht weit fahren kann. Wir bringend er Eskorte bei, dass wir in Multan - also nach gut 100km - halt machen müssen. Die wollen uns zuerst erfolglos bei 2 Hotels unterbringen bis sie uns in der grosszügig angelegten Kaserne des Polizeihauptquartiers einen Standplatz im Garten zuweisen. In der Kaserne herrscht reges Treiben, der Garten wir auf Vordermann gebracht, Wände werden gestrichen, es wird exerziert und gefegt. Wie wir später erfahren, soll in 2 Tagen der RPO - der Regional Police Officer - auf Besuch kommen. Deswegen wollte man uns auch nicht in der Kaserne. Obendrein wurden zahlreiche Fahrzeuge nach Islamabad abkommandiert, um für die dort nun schon lange andauernden Proteste besser gewappnet zu sein. Dies rächt sich am Abend. Als wir unser Anliegen vorbringen, in der Stadt essen zu gehen heisst es zuerst “geht nicht”, keine Autos. Die zuständige Polizeichefin erbarmt sich aber und bietet kurzerhand 2 Fahrzeuge und 6 Mann der Special Forces auf die uns wieder mit Blaulicht und Sirene durch die Stadt fahren. 4 der 6 Mann “stürmen” unser Restaurant und stellen sicher, dass wir einen schönen Tisch bekommen. Wir bestellen und werden mit ausgezeichnetem Essen belohnt. Wir 5 teilen uns den Tisch mit den stets “schussbereiten” Elitepolizisten die uns nach kurzer Zeit vorschlagen, noch die Bahaudeen Zykria Moschee und das Rukn-i-Alam Mausoleum zu besichtigen - natürlich nur vom Auto aus. Wir rasen wieder durch die Stadt und geniessen den Vorteil von Blaulicht und Sirene. Absperrung werden in aller Eile zur Seite geräumt und die dichten Menschenmengen in der an sich autofreien Zone stobt zur Seite. Der nächtliche Anblick der Mosche und des Treibens sind wirklich eindrücklich und wieder würden wir gerne in die Menge abtauchen. Daran ist aber nicht zu denken und bald bringen uns unsere neugewonnenen Freunde zurück zu unseren Autos. Wir erleben noch eine Fotosession der besonderen Art und überwältigt von den Eindrücken gehen wir zu Bett, am nächsten Tag soll es nach Lahore gehen. Wir sind früh parat, aber nichts passiert. Erst als wir uns in Bewegung setzen, geht es plötzlich schnell und wir fahren aus Multan aus und auf die Hauptachse nach Lahore. Wir kommen gut voran, stoppen zum Essen und Einkaufen - natürlich immer unter kritischer Bewachung die mich auch zum Pinkeln im Busch mit der Kalaschnikow begleitet - und knapp vor Lahore passiert es. Die Eskortenübergabe misslingt, da die aktuelle Eskorte zu früh stoppt und uns deutet, weiter zu fahren. Wir sehen zwar die neue Eskorte nach ca. 150m stehen, die startet aber nicht und so fahren wir endlich frei nach Lahore ein. Wir fragen uns durch und nach langem Suchen finden wir das Haus von Irfan. Wir werden freundlich empfangen und verpflegt und kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, ruft die Polizei bei Irfan an um nachzufragen, ob wir bei ihm sind. Sie werden Bewachung zu seinem Haus senden, damit uns auch wirklich nichts passieren kann. Unglaublich, unsere Freiheit dauerte nur wenige Stunden. Wir bleiben 2 Nächte bei Irfan, planen (Stefan und wir würden gerne in den Norden Richtung Chinesische Grenze fahren, lassen das Vorhaben aber aufgrund der Jahreszeit und der politischen Situation fallen), Angelika, Berthold und Stefan besichtigen den Bazar, ich kuriere mich etwas aus und werde von Berna gepflegt und schon sind wir am Weg nach Wagha, der Grenzstadt zu Indien. Wir treffen dort - ohne Eskorte! - am Nachmittag ein und haben das Vergnügen, der seit 1947 täglich durchgeführten Grenzschliessungszeremonie auf der Pakistanischen Seite beiwohnen zu dürfen. Es handelt sich dabei um einen Hahnenkampf der speziellen Art, mit nationalistischen Einpeitschern und Gesängen, mit Stechschrittparaden, Geschrei und eindeutigen Handzeichen Richtung Indien. Die andere Seite - Indien - spielt da auch mit und mehrmals kommt es zu Begegnungen der speziell geschmückten Soldaten am Grenztor. Unglaublich, wie sich 2 Atommächte gebärden können. Am nächsten Tag heisst es wieder Grenzabfertigung. Es herrscht kaum Betrieb und Pakistan verabschiedet uns in rekordverdächtigen 45 Minuten - because we are Muslim you are free - sind die letzten stolzen Worte bevor wir uns in die unglaubliche Bürokratie Indiens begeben. Macht nichts, wir kommen später wieder ist auch unser Motto - allzugerne würden wir den Norden Pakistans besuchen, Nanga Parbat, Fairy Meadows, Deosai National Park, Khunjerab Pass, Konkordia um nur einige der Ziele zu nennen.

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